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Wir lassen uns von den Problemen in Kamerun nicht lange von unserem Ziel abhalten;

Bildung und Ausbildung gehen in die nächste Runde

Seit November letzten Jahres gibt es in Kamerun Unruhen die davon herrühren, dass sich die englischsprachige Minorität von der französischen Regierung unfair behandelt fühlt. Als Folge der Streiks im englischsprachigen Nordwesten von Kamerun wurden dort die Schulen geschlossen und das Internet abgeschaltet. Dies führt natürlich zu weiteren Unruhen und dem Gefühl das die Regierung nicht an einer Lösung des Konfliktes interessiert ist. Die verhärteten Seiten haben bis heute keine Lösung gefunden.

Da die Unruhestifter nicht zwischen privaten und staatlichen Schulen unterschieden haben, mussten auch wir unsere Nähschule für ein paar Monate schließen. Nach zähen Verhandlungen und Gesprächen konnten wir erklären, dass wir keine Schule als solche sind und durften den Betrieb wieder aufnehmen.

Und dann wurde es richtig gut! Wir haben eine neue Nählehrerin und sage und schreibe 11 Schülerinnen!!! Die Schülerinnen stellen Schuluniformen als auch normale Kleidungstücke her. Bei den traditionellen Gewändern werden durch Stickerei die klassischen Motive auf den Stoff übertragen (siehe Bilder). Zusätzlich werden Ketten und anderer Schmuck aus Perlen hergestellt.

Da dies ein toller Erfolg ist wollten wir dies sofort mit euch teilen. Updates zu den anderen Aktivitäten gibt es demnächst.

Miyaka (Vielen Dank)– das Akumalam Team

 

Seit mehr als 50 Jahren ist es bei Hailo gute Tradition, Menschen in Not zu helfen. Die Spendenhöhe, die von Mitarbeitern zusammengekommen ist, wird vom Inhaber Hr. Sebastian Loh in gewohnter Weise verdoppelt.

So kamen 4.700,- Euro für das „Dorfschulprojekt Akumalam“ in Kamerun zusammen.

Kamerun ist eine Republik im Westen von Zentralafrika. Oft spricht man bei Kamerun über „Afrika in Klein“ aufgrund seiner geographischen und kulturellen Gegebenheiten; so liegt es am Meer, hat aber auch Busch und Steppenartige Regionen im Inland und eine breitgefächerte kulturelle Mischung.

Bamenda, die Hauptstadt der Nordwestprovinz von Kamerun, hat ungefähr 450.000 Einwohner und liegt ca. 366 Kilometer im Nordwesten von der Hauptstadt Yaoundé. In Bamenda findet man viele Büros dort ansässiger Unternehmen (hoher Anteil an Kaffeeverarbeitung) und Banken. Mit seiner natürlich schönen Umwelt wächst dort eine sozioökonomische Infrastruktur heran.

Akumalam, ein kleines Dorf ca. 40 km vom Zentrum von Bamenda entfernt, bleibt jedoch von dem heranwachsenden Wohlstand in Bamenda unberührt. Die Menschen dort leben in Armut. Im Dorf selbst gibt es nur eine Grundschule, die für weniger als 30% der Kinder zur Verfügung steht. Um dieser Entwicklung gegenzusteuern und auch die Lebensbedingungen auf dem Land zu verbessern, gelten all unsere Anstrengungen der Region, sagen Dr. Anye Chifen der in Kamerung geboren wurde und Kai Atzert der ihn begleitete, bei Ihrem Besuch bei Hailo.

Hr. Dr. Chifen hat seine Ausbildung hier in Deutschland absolviert und besucht regelmäßig sein Heimatdorf. Dabei ist es ihm wichtig, den Kindern und Jugendlichen dort eine bessere Zukunft aufzuzeigen. Der Schlüssel hierzu heißt Bildung. Viele Menschen in Kamerun haben oft nicht die Mittel das Schulgeld sowie Schulbedarf wie Stifte und Bücher aufzubringen. Hier leistet der Verein „Dorfschulprojekt“ Hilfe zur Selbsthilfe. Das schlägt sich konkret in verschiedenen Projekten nieder: Schulgeld für bedürftige Kinder wird bezahlt, das Gehalt der Lehrkräfte unterstützt und auch mal neue Schulbänke und Tische gestiftet. Junge Frauen und Mütter erhalten die Möglichkeit eine Ausbildung als Näherin zu machen.

Anye und Kai  sind beide ehrenamtlich und mir großem Engagement für Dorfschulprojekt tätig. Beide kennen Daniel von Fa. Hailo. Schließlich haben Kai und Daniel gemeinsam ein StudiumPlus erfolgreich abgeschlossen. Kai erzählte schließlich Daniel die Geschichte von Dorfschulprojekt und gewann Daniel als Unterstützer und Spender. Da Daniel um die Spendenaktionen des Betriebsrates bei der Fa. Hailo weiß, macht er den Vorschlag bei dem Projekt seiner Freunde zu helfen. Hailo ist schließlich ein international tätiges Unternehmen, da wird auch internationale Hilfe selbstverständlich. Schließlich findet der Vorschlag Zustimmung. Es folgt die Information an alle Mitarbeiter per Intranet, Hausfunk und Aushang. Hr. Lauer stellt die beachtenswerten Projekte seiner Freunde in der Betriebsversammlung im Herbst vor – und hat Erfolg.

Über StudiumPlus wurde damit eine Brücke von Mittelhessen nach Kamerun gebaut.

 BU Foto 1: (wird nachgereicht), Spendenübergabe an den Verein „ Dorfschulprojekt“. (von links), Hr. Armin Thien (Hailo), Hr. Dr. Anye Chifen (Dorfschulprojekt), Hr. Daniel Lauer und Hr. Christof Petri (beide Hailo) und Hr. Kai Atzert (Dorfschulprojekt) 

Bildung ist der Schlüssel

Fünf Männer auf einem klapprigen Mofa, überladene Autos mit provisorisch befestigter Fracht, Gemüse- und Blechhändler auf den Straßen und der vom Eisenoxid rotgefärbte Sand, der sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer wieder in die Schuhe schleicht – so die ersten Eindrücke der Henkel-Mitarbeiterin Dr. Inga Vockenroth auf der Fahrt nach Akumalam.

 

 

 

Auch Zahnhygiene gehört zum Bildungsverständnis von Inga Vockenroth, die in der Dorfschule in Akumalam eine Lehrstunde zu dem Thema gab.

Auch Zahnhygiene gehört zum Bildungsverständnis von Inga Vockenroth, die in der Dorfschule in Akumalam eine Lehrstunde zu dem Thema gab.

 

Vockenroth, die als Managerin in der Forschung und Entwicklung von Spülmitteltabs tätig ist, unterstützt das Dorfschulprojekt im Nordwesten Kameruns bereits seit zehn Jahren durch das Sammeln von Spenden. Ihren Traum von einem Besuch in Akumalam verwirklichte sie erst ein Jahrzehnt später. Der Vorstand des eingetragenen Vereins „Dorfschulprojekt“, zu dem auch Vockenroth gehört, hat sich zum Ziel gesetzt, das Wohlergehen der Menschen in den ländlichen Regionen rund um die Stadt Bamenda zu fördern. Die Bildung der Menschen spielt dabei die Schlüsselrolle.

 

Alltag in Kamerun: Fünf Männer auf einem Mofa.

Alltag in Kamerun: Fünf Männer auf einem Mofa.

 

„Im Februar 2016 war es endlich soweit: die erste Reise in das Dorf, das man schon so lange mit Herzblut unterstützt“, erzählt Vockenroth. „Ich habe die Reise zusammen mit meinem Freund Dr. Anye Chifen, der aus Kamerun stammt und das Projekt 2003 gegründet hatte, seinem fünfjährigen Sohn und mit Dr. Luis Duque, einem Freund aus Spanien, angetreten. Mit Anye wurde ich damals in Mainz zusammen promoviert. Er hatte den Verein kurz vorher gegründet. Ich war sofort von seinem Engagement beeindruckt, sodass ich mich entschloss, mich ebenfalls für das Projekt zu engagieren“, erinnert sich Vockenroth. Anye Chifen kommt aus Bamenda – einer Nachbarstadt von Akumalam mit 450.000 Einwohnern. Er kennt Akumalam gut, da Teile seiner Familie dort leben.

 

Von links: Inga Vockenroth, Anye Chifen, sein Vater James Sama Chifen, Luis Duque und Henry Chifen, Anyes Onkel, der in Akumalam lebt.

Von links: Inga Vockenroth, Anye Chifen, sein Vater James Sama Chifen, Luis Duque und Henry Chifen, Anyes Onkel, der in Akumalam lebt.

 

Das Zweitausend-Einwohner-Dorf Akumalam liegt im Nordwesten Kameruns, nur 40 Kilometer von Bamenda entfernt. Von dem wachsenden Wohlstand in Bamenda profitieren die herumliegenden Dörfer jedoch nicht. Die Menschen in den ländlichen Regionen leben meist in Armut ohne Perspektiven oder Arbeit. So auch in Akumalam.

In dem Dorf gibt es eine Grundschule, die vor dem Engagement von Vockenroth und den anderen Vereinsmitgliedern von nicht einmal 30 Prozent der Kinder besucht wurde. „Oftmals scheiterte es an der Schulgebühr, die jährlich umgerechnet 28 Euro beträgt. In Kamerun besteht zwar Schulpflicht, doch wenn die Eltern die Gebühr nicht bezahlen können, gehen die Kinder eben nicht in die Schule. Deswegen haben wir die ersten Spendengelder dazu verwendet, die Schulgebühren der Kinder in Akumalam zu übernehmen. Nun besuchen alle 115 schulpflichtigen Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren die Dorfschule in Akumalam“, erzählt Vockenroth.

Durch die steigenden Spendengelder konnten Schulgebühren von Kindern in drei weiteren Schulen übernommen werden. Diese befinden sich in den Nachbarorten Alatakoh, Alabukam und Chomba. „Aktuell tragen wir die Schulgebühren von 120 Schulkindern pro Jahr“, so Vockenroth.

Während ihres einwöchigen Besuches konnte Vockenroth alle vier Schulen besuchen. „Das Highlight meines Aufenthaltes war ein Fußballturnier, das wir veranstaltet haben. Im Vorfeld haben uns mehrere Sportvereine Fußballtrikots der letzten Saison gespendet. Die Kinder haben sich so darüber gefreut. Am Tag des Turniers konnten wir die Kinder der vier teilnehmenden Schulen dann in vier verschiedenen Vereinstrikots einkleiden.“

 

„Trotz 30 Grad Celsius und brennender Sonne rasten die Kinder über den Platz und hatten riesigen Spaß. Das war toll“, erzählt Vockenroth.

„Trotz 30 Grad Celsius und brennender Sonne rasten die Kinder über den Platz und hatten riesigen Spaß. Das war toll“, erzählt Vockenroth.

 

Durch weitere Spenden und die Förderung durch die Henkel-Initiative „Miteinander im Team“ (MIT) konnte das Projekt weiter wachsen: 2012 eröffnete beispielweise eine Bibliothek und 2016 ein Nähzentrum, in dem Mädchen und Frauen eine dreijährige Ausbildung als Näherin machen können. „Der Bau des Nähzentrums lag mir besonders am Herzen, da ich selber auch leidenschaftlich gerne nähe“, erzählt Vockenroth. „Dort können nun die Schuluniformen für die Kinder günstig hergestellt werden, und die Dorfbewohner müssen diese nicht teuer einkaufen. Die Entwicklung des Nähzentrums ist sogar schon so weit, dass die Auszubildenden mehr Schuluniformen herstellen können als in dem Dorf benötigt werden. Diese werden dann in die Nachbardörfer verkauft. So konnten schon kleine Gewinne erzielt werden. Langfristig verfolgen wir das Ziel, dass sich die Bewohner von Akumalam selbst versorgen.“ Dazu soll das Nähzentrum in Zukunft erweitert werden.

 

 Die Näherin nimmt Maß für eine neue Schuluniform, denn in Kamerun herrscht Schuluniformpflicht.

Die Näherin nimmt Maß für eine neue Schuluniform, denn in Kamerun herrscht Schuluniformpflicht.

 

Inga Vockenroth freut sich schon auf ihren nächsten Besuch in Kamerun: „Die Verabschiedung von den Menschen dort war schwer, da sie mir aufgrund ihrer Herzlichkeit innerhalb meines einwöchigen Aufenthaltes schon wahnsinnig ans Herz gewachsen sind. Den nächsten Besuch plane ich im Jahr 2017. Dann werde ich auf jeden Fall mehrere Wochen bleiben.“

 

Der Originalartikel befindet sich auf dem Henkel-Gelände: http://www.henkel.de/nachhaltigkeit/corporate-citizenship/magazin/bildung-ist-der-schluessel

Weitere Informationen unter: www.akumalam.de

In der oberen Etage unseres Nähzentrums ist mittlerweile die Bücherei untergebracht, dort gibt es einen Raum mit den Büchern und einen Studienraum mit Tischen und Bänken. Dort trifft sich eine Gruppe von Studenten regelmäßig zum Lernen. Die Bänke sind nicht die Neusten, aber eins nach dem anderen, denn…

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Studenten beim Lernen, es scheint kalt zu sein…

 

…bisher ging man über zwei Bretter von einem Erdhügel aus in die obere Etage. Nun haben wir einen lokalen Handwerker, der bereits beim Bau geholfen hat, beauftragt eine solide Treppe zu bauen.

Hier könnt ihr den Status der Bauarbeiten und das abenteuerliche Abstützungs-Konstrukt sehen.

Treppe an der Seite des Gebäudes

Treppe an der Seite des Gebäudes

oberer Treppenabsatz

oberer Treppenabsatz

abenteuerliche Stützkonstuktion

abenteuerliche Stützkonstruktion

 

Seit wir im Februar vor Ort waren, sind wir in ständigem Austausch mit unseren Helfern in Akumalam, allen voran Pa Henry unser Organisator für alles und natürlich unseren Nählehrinnen, die uns stets stolz vom Fortschritt ihrer 4 Schülerinnen berichten.

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Nähschülerinnen

Nähschülerinnen

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